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Irgendwann einmal ist es soweit, und »… the times they are a-changin???.« Oder: »Mainstream« schlägt wieder einmal »Indie«, jedenfalls was die Qualität betrifft. Und nicht zu vergessen, es ist in Familienunternehmen auch nicht die Regel, dass einem Vater, der diesen Namen verdient, clevere Kinder nachfolgen. Vielmehr das Gegenteil ist der Fall, die nächste Generation ruiniert das Erschaffene, ob Geschäft oder Kunstwerk. Und wenn Dad nur ein Träumer ist (wie unprätentiös du doch bist, Ozzy), dann ist Kelly kreativ, Performerin, Sängerin und eine eigenständige Person (achten Sie auf das T-Shirt, das sie bei ihrem Auftritt trägt und auf dem groß »Moog« steht), also durch und durch Rockstar (natürlich besser vermarktet, als das sonst der Fall ist, aber wer kann daran schon etwas auszusetzen haben, außer schlechte, verbitterte Lokalbands?). Wenn man das Video zu »Shut Up« gesehen hat, muss man ja fast annehmen, der Song wäre nur die Werbesingle für alles andere, doch halt! Nein, »Shut Up« ist nicht der beste Track des Albums, aber ein Song musste ja ausgekoppelt werden. Punk-Rock, Power-Rock oder etwa Punk-Pop? Genau das, was Malcolm McLaren (der ja immer schon mehr auf Coco Chanel abfuhr als auf Bier und Schweiß) nie produziert hat? Kurz: ein sehr solider Mix aus Garage, Punk und Pop, gleichzeitig aber auch (und vielleicht ist das des Rätsels Lösung) ein ausgesprochen amerikanisches Album. Ich denke dabei aber an jene Zeiten, als das Wort »Amerika« auch noch »ganz anders« bedeutete. Tja, es liegt an uns europäischen Tattergreisen, mit etwas Anderem aufzuwarten, hier wie sonstwo. Vor allem mit mehr als der »Kelly Family« oder »Hi, ich bin eine Kopie« (sprich: Ersatz). Kelly Osbourne hat uns schlicht und einfach das beste Rock-Album seit langem beschert! Danke, Mama!

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