Satanstornade

Satanstornade

Warp666

Alec Empire, einer der weltweit größten Anhänger Merzbows, findet’s ja zum Kotzen, dass Krachwand-Gottvater Masami Akita sich dem Labtop unterworfen hat. Jene industrialisierte Billigmaschinerie voll ausgedünntem Kabelsurren. Jene Konzernvereinheitlichung des Sounds einer Generation, die die genauso an den Titten von Apple und ProTools hängenden Avantgardisten als »extremely revolutionary« empfinden. Das jemand seinen Klappkrempel nach zwei Stunden konzertantem Harddrive-Roustabout in Flammen gesetzt hätte wie weiland ein Hendrix, das ist mir bislang tatsächlich nicht untergekommen. Und tatsächlich: Masamis Solo- oder Merzbow-Platten klangen nach dem Einsetzen der Cut + Paste-Ästhetik weitaus nicht mehr so sättigend wie zuvor. Natürlich kann man nicht seinen Lebtag Schrottsynths und selbst gebastelte Krach-Delays bis zum äußersten Klangextrem auseinander bersten lassen. Schließlich waren auch seine Bondage-Soundtracks von zurückhaltenderem Kettengerassel oder seine Versuche in versteckt melodiöser FreeNoise-Psychedelik nicht weniger spannend. Doch erst hier im Duo mit Disobeys Russell Haswell, dem dauersturztrunkenem Polterkobold, findet sich erstmals eine gelungene Synthese aus voll digitalisierter Schmalspurtechnik und archaischer Lärmbreitwand. White Noise is over. Dies ist die erste würdige Zigarette danach.