Egotrip

Same

Eigenverlag/Trost

Ich glaube Herr Andre Zogholy hat einen Hit produziert. Wie sonst sind die leuchtenden Mädchenaugen beim Auflegen von der »Je’taime« in Gegenteil verkehrenden Nummer »When the Ego loves the Ego« zu erklären? Auch sonst fladert Egotrip ganz erfolgreich in der Musikgeschichte und behandelt beispielsweise die Elektro-Pinoniere Matronix ähnlich liebevoll wie Ween ihre heißgeliebten70er. Die Kombination wehmütige Gitarre/Orgel mit Störgeräusch und raufgepitchten Vocals kann man dann aber auch gleich als Reminizenz an jene Gruppe lesen. Wenn am Ort der Produktion (das Schlafzimmer!) die Platten ständig präsent sind, dann liegt doch es nahe auf sie auch im Produkt hinzuweisen. Will sagen hier wird äußerst lustvoll mit Popmusikgeschichte umgesprungen, ohne die Selbstständigkeit im Songschreiben zu verlieren.
So nebenbei können wir noch found-footage aus dem Internet bewundern wie eine im Einführung in die Welten des Mellotron. Schließlich hat dieses Instrument in den 70ern Orchestern das fürchten gelehrt, weil es plötzlich denkbar wurde, dass es durch eine Einmann-Band ersetzt werden könnte. Genau diese Einzelkämpferhaltung wird auf Egotrips zweiter Scheibe bis zum geht-nicht-mehr zelebriert (siehe den »Hit«), bleibt jedoch wegen wiederholten Augenzwinkerns immer liebenswürdig.