XMARSX

s/t

Atavistic

Mars Williams bittet mit seinem Saxophon zum Tanz und hat sich dafür alte Mitstreiter aus dem NRG-Ensemble und für zwei Drittel der Stücke Wayne Kramer und Fred Lonberg-Holm dazugeholt. Kramer zeigt hier als Gitarrist, dass die Free-Jazz-Verordnung des MC5 Managers John Sinclair kein Schuss ins Blaue war. Die Gitarre wirkt in keinem Moment unsicher und kickt die ganze Sauce mit der richtigen Portion Frechheit in absurde Sphären, die zwischen Proto-Punk und Fusion hin- und herdonnern. Es sollte vielleicht nicht verschwiegen werden, dass mit Greg Suran bereits ein fixer Gitarrist im Line-Up ist, der auch zwei Nummern geschrieben hat und so vielleicht für den Soundclash ebenso verantwortlich ist. Mars Williams gibt sich wie immer betont rhythmisch und prescht mit einem Stil dahin, der an Beefhearts »Exploding Note Theory« erinnert, nach der jede Note unabhängig von den anderen ihr Eigenleben führen darf. Die Rhythmusachse ist mit ihrer wuchtigen Funk-Erdung eine gute Basis für exzentrische Ausbrüche, die im dichten Arrangement nie zu Stepptänzen der Eitelkeiten werden. Titel wie »Ultraman Vs. Alien Metron« oder »Punch The Monkey« denkt sich ja auch kein Spießer aus. Ihr merkt schon, ich bin begeistert.