Jason Kahn and Jon Mueller | Jon Mueller/Bhob Rainey/Jim Schoenecker

»s/t« | »Papercuts«

Crouton

Für die Aufnahme von »Papercuts« verwendeten Jason Kahn und Jon Mueller ausschließlich verschiedene Sorten von handgemachtem und gekauftem Papier. Trotz darauf folgender, sehr intensiver Mixtätigkeit, an der sich auch Chris Rosenau beteiligte, ist das Ausgangsmaterial noch deutlich erkennbar, und so ergibt sich hier zumindest nicht die wenig wünschenswerte Situation, in der das Endergebnis statt charakteristischer Klangeigenschaften ermüdende Beliebigkeit aufweist – was übrigens oft der Fall ist, wenn der Idee mehr Aufmerksamkeit gewidmet wird, als der Ausführung. Ganz im Gegenteil, die, wie bei Crouton üblich, sehr aufwändig verpackte CD, kann mit einem durchaus hörenswerten, knapp zwanzig Minuten langem Track aufwarten, unter dessen Ambient-Tarnmustern ganz außergewöhnliche Rhythmen und Texturen auf ihre Entdeckung warten. Jon Mueller, diesmal mit etwas handfesterer Perkussion, Bhob Rainey, dessen Instrument nur mit Hilfe des Beipackzettels als Saxophon zu identifizieren ist und Jim Schoenecker am Synthesizer zeichnen für die zweite, nicht näher betitelte Veröffentlichung auf Crouton verantwortlich. Die als Improvisation angelegte Session fand angeblich bei brütender Hitze nach einer 17-stündigen Autofahrt in einem Aufnahmeraum in Boston statt und so stülpen als Resultat zwei sehr kurze und zwei sehr lange Tracks zwischen extrovertiertem Krach und gepflegter Zurückhaltung eine kauzige, leicht misanthropische Atmosphäre über ein verschwitztes Grinsen. Spannend.