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Eckstein

»Alles und nichts«

Siluh Records

Wien spuckt wieder große Töne, das heißt melancholische, romantische und schlichtweg schöne. Mit Eckstein gesellt sich ein weiterer Goldschatz in die Truhe von Bernhard Kerns Label Siluh Records; mit seiner Debüt-EP »Alles und nichts« reiht sich das Newcomer-Duo nahtlos ein in jüngste bemerkenswerte Releases wie Topsy Turvys zweites Album »Fighting the Ginormous Macho Nacho« oder Gardens’ »Biggest Dog You’ve Ever Seen«-EP. Speaking of Gardens, deren Frontfrau Luca Celine Müller spielt für Eckstein live den Bass – österreichische Lemmy Kilmister. Im Studio sind Eckstein aber nur zu zweit: Sänger Hagen Eckstein steht am Mikrofon, als Soldat der Liebe oder zumindest der Liebeslieder. Deren schwermütige Zeilen wälzen sich in den Klangbetten des Multiinstrumentalisten Jannick Rieß, der es versteht, launige Melodien zwischen Post-Punk und Indie zu komponieren. Mit ihrer Debüt-Single »Einbruch« traten Eckstein 2024 die Pforten des Wiener Underground ein, ließen dystopische Klänge durch forsche E-Gitarrenriffs verlauten, die an Grauzone anmuten. Darauffolgende Singles wie »Reigen« oder »Zinnober« zeigen die Band von einer ebenso schlagkräftigen, doch weitaus beseelteren Seite und beweisen die emotionale Bandbreite ihres musikalischen Schaffens. Poetische Texte, die nicht nur mystische, sondern beizeiten sogar mythologische Metaphern aufweisen, verweben sich nur selten mit Indizien der Zeit, in der sie entstanden sind. Existentielle Motive, die romantische Seelen epochenübergreifend beschäftigen, innere Verlorenheit und Sehnsucht nach freiem Fall werden mal preschend, mal reduziert vertont, von sakralen Chören erhöht oder durch zurückgenommene Akustikgitarren begleitet. »Alles und nichts« setzt die Segel durch Wellenriss und Windstille, beginnt mitreißend und treibend und verabschiedet einen schließlich mit beklemmendem Gefühl in der Brust, das man festhalten will. Live zu sehen sind Eckstein u. a. am 23. April im Club Lucia mit Support von Peppi P.

Home / Rezensionen

Text
Ariana Koochi

Veröffentlichung
19.04.2026

Schlagwörter

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