Die Redaktion meldet sich, meint, das wäre eventuell was für mich. Stimmt, habe ja kürzlich erst die Vorabveröffentlichung abgehandelt und antworte flapsig: »Kann ich machen, kennt man ein Sunn O)))-Album, kennt man alle!« Und auch wenn diese vielleicht sogar als »überheblich« zu kennzeichnende Haltung nicht so ganz richtig sein mag, falsch ist sie nicht. Wo Sunn O))) draufsteht, ist Sunn O))) drin – egal, ob sie nun zum ersten Mal seit Langem nur zu zweit und ohne Gäste im Studio waren oder welche anderen besonderen Perspektiven man den Aufnahmen angedeihen lassen kann. Es ist im Prinzip auch nichts verkehrt daran, mit dem Schreiben über experimentelle Musik ein Interpretationsangebot zu unterbreiten, das die Musik nicht nur erfasst, sondern ergänzt und erweitert – deshalb heißt es ja Interpretation; sich seinen eigenen Reim machen, durchaus in dem Bestreben, dass auch andere was davon haben können. Manchmal mag das komische Züge annehmen, wenn Lärmwände oder andere sperrige Klanggebäude allzu blumig semantisch umrankt werden und dabei eben verdeckt wird, dass hier auch nur Stein mit Mörtel vermauert bzw. ein Riff aufs nächste getürmt wird. Nun steht der Kaiser nicht gleich nackt da bzw. die beiden nicht ohne ihre klassischen Mönchsroben, wenn man hin und wieder daran erinnert, dass Sunn O))) im Grunde seit Jahren ein einfaches (und nur in Nuancen variiertes) Rezept zur Anwendung bringen, das aber – und das ist der springende Punkt – in der jeweils vorliegenden Ausführung doch immer wieder hinreichend gut unterhält. Das stoische, in sich verbohrte und – je nach individueller Verfassung und Neigung – auch zur meditativen Versenkung oder quasi-religiösen Erfahrung geeignete und mithilfe zweier elektrischer Gitarren und der dazugehörigen auf elf gedrehten Verstärker erzeugte Dräuen und Dröhnen macht nach wie vor Laune. Einfache Ideen bedürfen ohnehin nur bedingt der Raffinierung, oft ist es ihrer effektiven Wirkung sogar abträglich. Das ist ja bei AC/DC auch nicht anders. Insofern kann man jetzt vielleicht sogar sagen: Sunn O))), reduziert auf die beiden Gitarren von Greg Anderson und Stephen O’Malley, das ist die reine Klanglehre, ohne Schnick-Schnack.
Sunn O)))
»Sunn O)))«
Sub Pop
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