Avi Buffalo

»s/t«

Sub Pop

Avi Zahner-Isenberg ist möglicherweise ein Wunderkind. Zehn in Hippie-Romantik getränkte Songs lassen dies jedenfalls vermuten. Das selbstbetitelte Debüt von Avi Buffalo fährt von Beginn an über noch zweifelnde ZuhörerInnen hinweg. Wenn die ersten Zeilen auf »Truth Sets In« gesungen sind wird bereits die Stärke der Songs Zahner-Eisenbergs deutlich.

Sanft, aber mit einer breiten Instrumentation, bleiben nahezu alle Stücke die Spielzeit über auf dem selben Groove stehen und legen somit den Fokus der ZuhörerInnen auf den Text. Gesangspartnerin ist dabei Rebecca Coleman. Ob der ungewöhnlich hohen, femininen, gar an Kastraten-Sänger erinnernden Stimme Avis sind die beiden oft akustisch kaum zu unterscheiden.

Kalifornische Gelassenheit und jugendliche Unbeschwertheit können nicht über die mitschwingende Melancholie Avi Buffalos hinwegtäuschen. Eine Assoziation zu den Beach Boys liegt damit auf der Hand. Die Textpassagen und die Instrumentation erinnern aber eher an Hippie-Ideologie und Love-Songs aus der Hand von Simon&Garfunkel. Wo diese über Cecilia sangen, so hält bei Avi Buffalo die gute Jessica als Lyrik-Objekt her. Refrains hingegen dürften die vier AmerikanerInnen nicht als Bedingung eines guten Songs ansehen. Wenn es welche gibt sind sie meist verschwommen und unspektakulär.

Dass die Texte Zahner-Eisenbergs mit Hilfe von in der Musikgeschichte oft verwendeten Substanzen entstehen, ist eine Unterstellung, aber durchaus wahrscheinlich, schlussendlich jedoch egal. Bei aller Retro-Hippie-Lastigkeit sind die Songs so stark und die Texte so kreativ, dass die Bewunderung die Kritik überwiegt.