Alessandro Bosetti

»Renard«

Frac-Franche-Comté

Der italienische Komponist Alessandro Bosetti scheint sich in der Form seines Lebens zu befinden, binnen drei Jahren trudelt schon der vierte Tonträger in die skug-Redaktion, erstmals allerdings in LP-Form. Das Aufklappcover zeigt eine Sammlung von Alltagsgegenständen, als hätte man ein Portemonnaie entleert, tatsächlich aber widmet sich Bosetti auf »Renard« der kompositorischen Umsetzung von Sprechakten. Dafür wählt er die Ensembleform eines quasi-barocken Trios, mit Laurent Bruttin an der Klarinette und Seth Josel an der klassischen Gitarre. Bosetti sprechsingt und bedient den Oscillator. In den Sprechstücken, vor allem auf dem kurzen »Flirt«, wird überdeutlich, dass Bosetti die eigene Sprachmelodik als Ausgangspunkt nimmt, was einerseits schurkisch simpel erscheint, andererseits die Zugänglichkeit ziemlich erhöht. Nicht von ungefähr klingt »Renard« mitunter wie ein schelmischer Brückenschlag zwischen Anton Webern und Jimmy Giuffre (was aber auch den großartigen Fähigkeiten von Klarinettist Laurent Bruttin zu verdanken ist). Insgesamt eindeutig eine Platte für Freunde der zeitgenössischen Musik, auch wenn der Chubba-Chupps-Schlecker am Cover augenzwinkernd harmlosere Hörfreuden verspricht.