Bass Clef

»Reeling Skullways«

Punch Drunk Music

Wenn sich Ralph Cumbers nicht gerade mit seiner Posaune vergnügt, schraubt er als Bass Clef gerne an den eigenen tiefer gelegten Basskarosserien herum. So putzig und harmlos das klingen mag, wir können getrost davon ausgehen, dass er für seinen neuesten Longplayer »Reeling Skullways« viel Zeit in der Garage verbracht hat. Als Resultat liegt nun ein Album vor, das sich vielleicht sperrig oder ungelenk anfühlen mag, weil sich die acht Tracks gar so umständlich in Bewegung setzen. Aber Obacht: wenn?s einmal rollt, dann rollt?s – und ist kaum mehr aufzuhalten! Der Fokus liegt auf der unmerklichen Entfaltung einer kaum gekannten Ausführlichkeit, die den Hörer mal foppt, mal fordert. »Hackney – Chicago – Jupiter« oder »A Rail is a Road and a Road is a River« sind so entsprechende Kandidaten, stehen sie doch pars pro toto für die raffinierte Opulenz dieses Albums. Unbeholfen, schwerfällig, geradezu tollpatschig wurschteln sie sich voran, dass es einen unter den Fu&szlignägeln zu jucken beginnt! Man möchte diesen Tracks am liebsten einen Tritt in den Allerwertesten verpassen, damit sie sich bitte endlich dazu bequemen in die Gänge zu kommen. Und ertappt sich ein paar Minuten später dann doch selbst beim Kopfnicken, weil einen der Groove erwischt hat, ganz unmerklich von hinten durch die Brust ins Auge. Solch ein provozierendes peu-à-peu ist natürlich weniger für Einsteiger denn für fortgeschrittene Hörer interessant. Wer sich jedoch traut und ein bisschen Geduld investiert, wird mit einer besonderen Hörerfahrung belohnt und der Erkenntnis, wie erfrischend es doch sein kann, sich in den eigenen Erwartungen zu verheddern.