Take Rodriguez And His Exotic Arkestra

Prince Of The Mambo-Breaks

Cheap

Die Cheap-Posse in Regionen, die nie ein Mensch zuvor gehört hat: Das »Arkestra«, als Indiz zu wörtlich genommen, wäre ein Fehleinschätzung. Da ist man mit »Exotica« schon eher dran. Der Prankster Take Rodriguez kommt mit einem Exotica-Unding daher, das Salsa und ein paar andere latinamerikanische Standards elektronisch devastiert und mit Martin Denny und Konsorten eine acidgeschwängerte Abhäng-Session in der post-nuklearen Bossa-Lounge, soll heißen: Dubsonic/Tokyo, abhält. Ähnlich wie Atom Hearts Projekt Los Samples macht sich Take daran, den reichen Fundus der Latin-Sounds für sich zu korrumpieren. Der »Prince Of Mambo-Breaks« lässt feinsten, exotischen Dub-Groove vom Stapel und mischt eine fusionartig/krautrockige Klavier- und Orgel-Figur dazu, die sich psychedelisierend in die Beats hineingräbt. Den ganzen Verschnörkelungen zum Trotz: Eine cheap gehaltene Beat-Box, die klappernd die letzten Reste der vornächtlichen Caipirinhas hinausröchelt, findet sich auf dieser superben Scheibe genauso wie geloopte Big-Band-Sounds, bei denen der Reverb-Regler im roten Bereich rotiert. Das ist eine Platte, auf der das ganze Jahr Sommer ist. Aber was für einer. Da wollen wir definitiv mehr davon. Entertainment jenseits des »Du-musst-Spass-haben«-Dampfhammers. Make ‚Em hot, babe.