Cnut

prince of shampoo

Angelika Köhlermann

Tank Girl trägt einmal, im Comic, nicht im grauenhaften Film, eine Gürtelschnalle auf der KANT steht. Das ist nicht nur ein Anagramm von Tank, sondern auch der Name eines bekannten Königsberger Philosophen. Der Name klingt im Englischen zudem noch wie die nicht sehr wissenschaftliche Bezeichnung für einen weiblichen Körperteil, taugt auch als allgemeines Schimpfwort. Was das jetzt mit Cnut zu tun hat? Na, stellen Sie mal die Buchstaben ein bisschen um! Die beiden Schotten Innes Smith und Dave Graham kennen auch sonst keine Berührungsängste: Plündernd und brandschatzend streifen sie durch die Geschichte der populären Musik, von Eno?schem Minimal-Elektronik-Pop über Lovers Rock bis zu Psychedelia entkommt nichts ihren Fängen. Alles wird verschlungen, verdaut und als nach blankem Irrsinn klingendes Etwas wieder ausgeschieden. Konsequenterweise veröffentlichen sie auf Gerhard Potuzniks und Tex Rubinowitzens Label Angelika Köhlermann, das sich ja auf musikalischen Sonderfälle spezialisiert hat. Als zusätzliches Gimmick gibt es auf der CD einen Clip, der das Duo bei einem Auftritt im Wiener Flex zeigt. Zu hören sind sie hier mit der Sparks-meets-Roxy-Music-produced-by-Giorgio-Moroder-Nummer »Nemesis«, gefilmt hat ein junger, aber leider völlig untalentierter Videokünstler namens Patrick Pulsinger. Mit welchen Drogen Cnut ihren Computer füttern, konnten wir allerdings noch nicht herausfinden.