Trash Palace

Positions

Discograph

Willkommen, bienvenue, welcome! Alors, die Resexualisierung der Postmoderne, c’est finally arrivée! Ein Karneval der multisexualen Arschficker. Ein Kessel Buntes androgyner Orgien. Das Studioworkout des französischen Studio-Musiciens wie Cyber-Age-Libertins Dimitri Tikovoi lässt kein Genre-Jungfernhäutchen unberührt. Ähnlich Garbage ist es eine Kanonenladung hochgezüchteten Brachialpops, der einem auf möglichst unsubtile Weise seine Vorzüge um den Gehörgang schnalzt. Selbst nennt er die Platte, ganz Dramaturg, »Alice im Wunderland« according to Lynch and Kubrick. Entsprechend ist die siedende Songwriterrosette offen für alles, was kitscht und flutscht. So in etwa wie man sich gewünscht hätte, dass Rita Mitsouko im neuen Jahrtausend klänge, leider nicht ganz mit deren Songsicherheit und Hitpotential. Mainstream-Crooning im elektroiden Wash-Up. Gang-Bang-Style-Disco-Funk trifft C84-After Hour-Geschrabbel. Mit Akkordeon abgeschmeckte Vocoder-Blowjobs. Da sich schlecht allein feiern lässt, begrüßt der nur live zum Ensemble erweiterte Dimitri eine gewaltige Gästeschar: Superzuckrig der geniale Chanson-Gigolo Jean-Louis Murat, der sich von Harriet Roberts als Daddy Sugar anbalzen lassen darf. John Cale und Brian Molko geben dirty Stories vom missglückten One Night Stand und öffentlichem Samenspenden zum Besten. Und das Falco-gestylte »Je T???aime«-Cover von Molko mit Asia Argento verdient den obersten Hermaphroditenorden, erkennt man im Gewusel doch überhaupt nicht mehr, wem welches Fleisch gehört. Imperium Gainsbarre zum Selberbauen, manchmal steif operativ wie das Kamasutra, aber immer geil.