Fatboy Slim

»Palookaville«

Skint/Sony

Wie weit Drogenexzesse kreative Prozesse beflügeln können, wird wohl ein ewiges popinternes Streitthema sein. Fatboy Slim aka Norman Cook, ehemaliger Big Beat- Hypling, scheint sich aber aber auch ohne psychoaktive Stimulanzia eine gesunden Teil an Restwahnsinn behalten zu haben. Trotzdem: Solide wirkt sie, die neue Platte. Wie er. Familie, Kind und so. Eh schon wissen. Aber so wie er sich schon früher nicht ausschließlich einem Genre hingegeben hat, ist sein funky Allerlei von erwachsenem Popsongschreibertum durchwachsen. Soll jetzt nicht heißen, dass die entsprechenden Dancefloor-Gassenhauer fehlen würden. Die sind schon da, doch die Affinität zur Songstruktur ist einfach stärker spürbarer als ehedem. Sonst wie gehabt: Publikumsfreundliche Pianoakkorde, die obligaten Gesangsamples und lieblich-symphatische Harmonien wachsen zu einem Popbastard der aber schlussendlich dann doch so was wie Soul hat. Erwähnenswert das Kooperationsstück mit Damon Albarn: Stoff aus dem die Hitträume sind. Bereichert wird das Unterfangen durch einige Mittäter: Bootsy Collins, Rapper Lateef, die junge Brighton-Band Johnny Quality und, wie gesagt, Damon Albarn. Ein Besuch in Palookaville lohnt sich, man muss sich ja nicht gleich dort beerdigen lassen.

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