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Wenn man sich für Saxophonisten – und vielleicht auch für Gitarristen – interessiert, landet man irgendwann ganz bestimmt bei Peter Brötzmann. Je früher, desto besser, nur so kann man nachvollziehen, was die heute Sechzigjährigen erlebten, als eine neue Generation europäischer Post-Free-Jazz-Künstler die Szene betrat. Brötzmann, Derek Bailey, Han Bennink, John Stevens, Evan Parker und viele andere haben damals etwas begonnen, das noch immer nicht zu Ende ist. Jeder hat einen entscheidenden Beitrag geleistet, und das Spezifische an Brötzmann ist, dass er einer der ersten Noise Artists war und diesen Stil in verschiedenen Gruppen mit Sonny Sharrock, Bill Laswell, seinem Sohn Caspar oder in zahlreichen anderen »lauten und heftigen« Verbindungen kultivierte und lebte. »Organized Chaos« präsentiert ein kraftstrotzendes Free-Rock-Trio mit Saxophon, elektrischer Gitarre und Schlagzeug, das aber nicht einfach als solches abgetan werden sollte, weil es noch viele andere Qualitäten hat. Jedenfalls scheint relevant zu sein, dass man wieder dort beginnt, wo alles begann. Das Hören dieser Aufnahme machte aber auch erneut deutlich, dass es Brötzmann war, der den heute in den meisten Noise Scenes zwischen Japan, den USA und anderswo vorherrschenden Sound begründet hat – allerdings schon vor 30 Jahre. Immer wieder Brötzmann, auch jetzt. Bitte ausprobieren.

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