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Schwerer Atem. Hungriges Herz. Synth-Pop Zentral-Ikon Dolbys Schmachtmär vom versunkenen U-Boot-Opi im baltischen Meer war wohl einer der treffendsten (und leider vergessenen) Wave-Gassenhauer. Arktische Brise. Ein ganzes Empire am Absaufen. Eiseskalte Korg-Wellen treten über bröckelnde Disko-Wände. Die Apokalypse tanzt, geschüttelt, ungerührt. 20 Jahre später: Neil Tennant, Holly Johnson, Almond, der Geist von Thatcher, alle noch am Leben. Zackig schockgefrorene Electro-Wände mutieren die gelassen abgelaschte Tanzflur erneut zu einem Ort erotisierter Gefahr. World War-Paranoia und Shoppingwahn. Die Kursk sinkt und wird Weltsymbol. Kaltes klares Wasser. In Kanada baut ein Herr namens Loscil ein mariannengrabentiefes Meisteralbum an Ambient Dub in Tribute an abgesoffene Submarines (»Submers« auf Kranky/Trost). Und im geheimen Labtop-Waffenlager Deutschland nimmt eine ganze Horde Producer-Frischfleisch Dolby als dekorierten Veteranen an die Brust. Die Namen: Salz. Akufen. Ricardo Villalobos. Ein erlesen dreckiges Handvoll. Das dann fast 80 Minuten Remix ein und desselben Songs wie ein ungebrochen organisches Epos durch den Sperrverhau aus Dubgroove, Handclaps, Klapperschlangen-Funk und Echoloten kriecht, das ist das Ehrenverdienstkreuz dieser Platte. Wäre nur jeder Weltkrieg so geschlagen worden. Titanic to the Beat!

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