Fräulein Hona

»Of Circles and Waves«

Eigenverlag

Gut drei Jahre nach ihrem Debut »The Ground Beneath Our Feet« veröffentlichen die jungen Frauen Johanna Schmid, Kerstin Eckert, Melanie Künz und Judith Prieler nun »Of Circles and Waves«. Bis zu diesem Release Jahre vergehen zu lassen, war eine gute Entscheidung, einerseits, um nicht einem ohnehin unüberblickbaren Wust an Releases noch eins drauf zu geben, und anderseits, um den neuen Songs genug Zeit zum Reifen zu geben. Wie schon beim Debut sind die englischsprachigen Stücke gegenüber den deutschsprachigen in großer Ûberzahl, wie auch insgesamt »Of Circles and Waves« als konsequente Fortsetzung und Verfeinerung des Erstlings gelesen werden kann. Der Versuchung, Mainstream-tauglicher zu werden, wurde widerstanden, nach wie vor wird außerhalb der Label-Landschaft veröffentlicht, was dem Quartett maximale Unabhängigkeit garantiert. Die Arrangements brillieren wieder mit ihrer tänzelnden Leichtigkeit, die Instrumente Gitarre, Percussion, Cello, Klavier, Geige, Glockenspiel, Piano und Ukulele werden wieder munter hin und her getauscht. Was Fräulein Hona allerdings wirklich von ähnlich gelagerten Bands abhebt, sind die vier raffiniert verschachtelt eingesetzten Gesangsstimmen. Meine persönlichen Favoriten unter diesen allesamt Klassesongs sind der »Hamburg Blues« mit seiner elegischen Violine sowie mit seiner ausgeklügelten Melodie der »Anti Lovesong«, der sich einmal etwas anders mit dem (noch immer!) Dauerbrennerthema Liebe auseinandersetzt. Als Support hat sich das Singer-Songwriter-Kollektiv für drei Stücke Elisabeth Eber am Cello sowie den umtriebigen Bernhard Eder für einen Bass-Einsatz an Bord geholt. »And it’s good to cry sometimes«, singen Fräulein Hona im Eröffnungsstück »Trains«; oh ja, wie wahr!