Soft Cell

»Non-Stop Exotic Video Show« (DVD)

Sanctuary/BMG

Wieder ein Fall von »Endlich auf DVD«! Immerhin stellt die »Non-Stop Exotic Video Show« nicht nur die Vollendung einer mit der Debüt-LP »Non Stop Erotic Cabaret« (1981) begonnenen und mit dem genuinen Remix-Album »Non Stop Ecstatic Dancing« (1982) fortgesetzten (und trotz des »Tainted Love«-Erfolgs, doch auch etwas größenwahnsinnig anmutenden) Trilogie dar, sondern auch einen der ersten und extrem gelungenen, d.h., auch heute noch ohne 80ties-Patina herrlichst zu genießenden, Versuche (1982!!!), Video-Clips jenseits des reinen Promotion-Zwecks zu einer Art Story zusammenzufügen (was den damals noch videorecorderlosen Schreiber dieser Zeilen schon gar nicht vom Kauf abgehalten hat). Dafür holten sich Soft Cell Tim Pope (später für Bowie, The Bangles, The Cure videotechnisch zusändig) und besorgten selber die schon zu Beginn sehr mit Sherry (Schnapsdrossel Almond) getränkte Überleitungen und Kommentare an der Bar eines Transvestiten-Treffs/Puffs (»Golden Girl Brothel«) in Soho. Und was sehen wir? »Tainted Love« mit Almond als Caligula, ein sowohl an Vincente Minnellis »An American In Paris« wie an »Moulin Rouge« erinnerndes »Say Hello Wave Goodbye« als »an imaginary Parisienne jazz cellar, complete with existentialists and apache dancers« (Almond), »Memorabilia«, das wohl erste Ecstasy-Video der Welt (»filmed on our acid trip through LA«,Almond) und nicht zu vergessen: »Bedsitter«! Womit auch die Frage geklärt wäre, warum Pulp immer so tolle Videos hatten. Zum Glück hat Marc Almond seinen Motorradunfall von Oktober überlebt, sonst wäre das hier noch ein Nachruf geworden.