Nihiloxica

»Kaloli«

Crammed Discs/Indigo

Nicht nur der Bird auf dem Cover heißt Kaloli – auch das Album, welches er ziert. Das nämlich ist benannt nach dem Vogel, den man sieht und der in unserer Vorstellung Teil der Gruppe (größtenteils) ugandischer Musiker ist, die nun endlich nach zwei großartigen EPs ein Album vorlegen – also mehr Musik auf einen Schlag. Musik so erfrischend wie eine Dose Orangina in einer Salzwüste. Und musikalisch genau das, was man gerade gerne hören würde, wenn alles anders wäre – irgendwo unter vielen schönen Menschen, heiter, gegebenenfalls nackt oder angezogen, auf jeden Fall aber euphorisch. Ein Feuer braucht es dafür nicht mal, ein Stroboskop geht auch sehr gut. Und dann hört man diesem Trommel-Techno, dem Mix aus ost-afrikanischer Percussion und derben, irisierenden Synths zu und wird sich langsam wieder bewusst, dass man auch einen Körper hat, der nicht nur zum Sitzen oder Liegen oder Essen und Trinken, sondern auch zum Tanzen gedacht ist. Als wären die ultra-mesmerierenden Drums nicht schon heftig genug, umschlingen die elektronischen Beats und Bytes diese wie gierige Schlingpflanzen. Hypnophorisch. Genau das, nach dem wir von Tanz völlig Entfremdeten gerade gieren. Schlauer Schachzug. Die beiden EPs »Nihiloxica« (2017) und »Biiri« (2019) waren echte Überraschungen, »Kaloli« setzt zwar keinen drauf, ist aber schon Peak, wenn es darum geht, Techno, Electronic und ugandischen Bugandan-Sound auf einen Nenner zu bringen.