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Es passiert manchmal. Da gibt es diese Platten, die wirft man nach zwei Minuten Hörzuwendung mit zerbissenen Mundwinkeln und frisch darauf zerriebenen Kot an die Wand. Man wartet, ob sie dort auseinander bricht, vielleicht kleben bleibt, sieht sie langsam auf ihrem schleimigen Belag zum Zimmerboden gleiten, eine fette Schneckenspur hinter sich. Wie man in kindlicher Unvernunft mit einem lästig gewordenen Haustier verfährt, einem Hamster vielleicht. Und dann wartet man. Wartet so lang, bis sich vielleicht doch noch was von diesem Häufchen rührt. Ein letzter Rest Leben, der die eigene Selbstgerechtigkeit überstanden hat. Ein zuckendes Füßchen vielleicht. Ein flatterndes Ohr. Nichts? Tara Jane O’Neil ist die derzeit wahrscheinlich beste Songwriterin des US-Independents. Dan Littleton gehört als Bestandteil von Ida zur brillantesten Band des neo-introvertierten Kaffeehaus-Folks. Könner, an denen es nichts zu rütteln gibt. Doch eine ganze Platte improvisierter Akustikgitarren, soundtrackender Klimperminiaturen, aufdringlich intim hingeklatschter Tagträumerei und Ooh-La-La-Gelalles, das bricht dem Härtesten vor nabelbeschaulicher Sülze die Geduld. Und so bin ich da gesessen. Und am siebten Tage stand die Platte auf, machte Kaffee und legte sich zu mir ins Bett. Und dort blieben wir. Den ganzen Tag. Die ganze Nacht. Und alles war wieder schön. Probieren Sie’s.

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