Noid

»Monodigmen«

aRtonal recordings

Auf der neuen Artonal-CD stellt Arnold Haberl aka Noid eine Arbeit vor, die sich zwischen streng konzeptioneller Herangehensweise und sinnlich-physischer Grenzerfahrung für Hörer und Spieler bewegt. In 13 Cello-Solostücken beschäftigt er sich mit einem klassischen Stilmittel der Elektronik: dem Loop. Als Bezugspunkte dienen einerseits die Verwendung des Loops in aktueller elektronischer Musik als auch die frühen Arbeiten eines Steve Reich oder La Monte Young, wobei im Gegensatz zur Minimalmusic in ihrer klassischen Phase gänzlich auf das dramaturgische Stilmittel des Phaseshifting verzichtet wird, da Haberl sich auf den Loop als solches konzentriert. Die Strenge des Konzepts ist somit der Startpunkt einer Reise um die Frage des Verhältnisses zwischen Körpermaschine und Instrumentenmaschine. Wie lange kann ein bestimmter Loop gespielt werden im doppelten Sinne: welches ist die Grenze der physischen Wiederholbarkeit in der Behandlung des Instruments und wie lange ist der Loop hörbar und was genau ist da auf Dauer zu hören? Spielfehler und Hörfehler sind somit Teil der Komposition, deren Arbeit vor allem in der Auswahl des Loops liegt, die sich zwischen halluzinierenden Sinustönen, Melodiepartikeln und geräuschreichem Scheppern bewegen. Somit entsteht zwischen Hörer und Spieler der ständig verhandelbare Raum, was jetzt eigentlich zu hören ist.

>> 24.07.04 | live @ nickelsdorf
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