Mono

»Nowhere Now Here«

Temporary Residence/Pelagic Records

Post-Rock ist Rock, der nicht rockt. Er steht für vieles, was in den 2000ern musikalisch daneben war. Übertriebener Pathos, kitschige Texte und ellenlange Song-Namen. Ein langweiliges Abarbeiten der immer selben zwei Noten, die dann nach hundertfacher Wiederholung lauter, schneller und verzerrter zum Höhepunkt kommen. Zwischendurch kurze Pausen, um die Spannung zu halten. Fertig. Und das Album nach Album. Wenige gute Ausnahmen bestätigen die Regel. Mono ist eine dieser Bands, die seit den frühen 2000ern Alben nach eben diesem Schema (+ 1 Prise Sludge-Metal) veröffentlichen und scheinbar darin hängengeblieben sind. Schade, denn anfangs hatte das ja noch was, wenn wohldosiert genossen. Und zumindest gibt es im Post-Rock kaum nervige Gitarrensoli. Der Vorgänger, das gelinde gesagt mittelprächtige »Requiem for Hell« (2016), dessen Titeltrack der einzige Lichtmoment des Albums ist, wartet ansonsten mit genau diesen oben aufgezählten Klischees auf. Auch Steve Albini als Produzent konnte nicht mehr herausholen als den guten Sound. »Nowhere Now Here« ist der diesjährige Nachfolger, Album Nummer zehn, erster Wechsel im Line-up seit nun bald 20 Jahren: Der Schlagzeuger Dahm Majuri Cipolla springt dem Kerntrio Yoda, Goto und Tamaki bei. Letztere debütiert auch als Sängerin für das Stück »Breathe«. Und siehe da, nur scheinbar sind sie gänzlich hängengeblieben. Denn das neue Album weiß durchaus, hier und da aufhorchen zu lassen. Schönes Bläserensemble zu Beginn und der heraufbeschworene Weltuntergang liegt einem sofort zu Füßen. Das klingt, als könnte das was werden. Und ja, der wuchtige Opener »After You Comes The Flood« sludged schön daher. Wesentlich »dreckiger« als der Vorgänger. Der über zehnminütige Titeltrack hat dann wieder die stilvoll angeordneten, klassischen Post-Rock-Lines, die sich repetitiv immer weiter steigern und dann in einem Knall explodieren. Hat man so schon sehr oft gehört und Mono erfinden hier nichts neu. Aber sie können es gut, die Spannung halten und diese melancholischen, schwarzen Träume komponieren. Und hier und da rockt es auch. Für Fans des Genres, speziell von Mono, die sich nach mauen Veröffentlichungen endgültig abgewendet hatten. Für alle anderen: typischer Post-Rock der 2000er Jahre.