Mr. Dead

Metabolics Volume II - Dawn Of The Dead

WordSound

Die minimalistische Weirdo-Sampledelica-Freigeist-Skool meldet sich »wit the wickedness« aus der »Deadzone« zurück. Klar, wenn auf Erden nur noch Deppen rappen, müssen die Untoten aus der Hölle steigen und Klartext reden. Mr. Dead (im Zivilberuf Make-Up-Spezialist für Horror/Splatterfilme) macht das jetzt mal stellvertretend für alle, die noch ihre Knochen und Gedärme zusammensuchen müssen. Dabei schraubt er die Messlatte gleich mal ziemlich hoch. Ist doch Mr. Dead einer jener, die auch Zugänge zu Archiven außerhalb typischer HipHop-Zutaten kennen. Nicht als Ornament, Insiderwitz oder Crossover-Versuch, sondern als konstituierende Elemente werden hier die mitunter irrwitzigsten Samples aufgefahren. Was keine Archiv-Gigantomanie bedeutet, sondern eher ein Wissen darum, dass es nichts bringt, sich immer bei den selben Gemüseständen zu bedienen, wo es doch auch in der Käse/Fleischabteilung ganz tolle Sachen zu holen gibt. So legt Mr. Dead nicht nur atemberaubende Weiterbearbeitungen ganz früher Blueprints von Massive Attack, Eric B. & Rakim, Stetsasonic und EPMD vor, sondern lässt auch die Old Skool-Beatboxen (»Dawn Of The Dead«) rattern, als hätten er und Prince Paul (der hier den Electro-Zappelphilipp gibt) dieses Geknattere eben erst erfunden. Dazu gesellen sich neben dem alten Metabolics-Kumpel Big Pat, einschlägig vorbelastete Gestalten wie Scotty Hard, Sayyid (Anti-Pop- Consortium), Sensational, Paul Barman und Spectre (mit dem Mr. Dead dieselbe Vorliebe für tiefgelegte Gänsehaut-Dub-Bässe und vampiristisch-untote Horror/FilmNoir-Streicher zu teilen scheint). Und dann gibt es mit »End Of Day«, »Pleasantries & Subleties«, »It Ain?t Goin Down Like That« und »Self-Discipline« mindestens vier potentielle Hits, die eigentlich, aber lassen wir das… Lets get »Chemically Imballanced«!