Church of Misery

Master of Brutality

Southern Lord

Der in Scheiße gebadete Kretin atmet tief durch. Aus dem Bündel in seiner Hand rutschen geschabtes feuchtes Fleisch und ein angequetschter Augenball. Splitter von Rasierklingen im Haar. Mund auf. Augen zu. »We Hate Trend! We Hate Corporate Attitude! We Hate The Word (Röchelndes Durchatmen) ! Death to False Stoners! L-E-T-T-H-E-R-E-B-E-D-O-O-M!« Ich mein, was erwartet man sich, wenn ein Haufen durchgeknallt augenrollender Metallerjapsen die Gitarren unter die Erdoberfläche stimmt und klingt als hätte man auf den verbleibenden Trümmern Black Sabbaths und Deep Purples Karzinomwälder errichtet. Wenn man dann noch auf Tribute-Samplern zweifelhafter Genüsse wie Trouble oder Death SS auftaucht und wie Chicagos selige Schlitzhausmeister Macabre jede einzelne Nummer einem Serial Killer widmet, ist das klar kein Haus für sensible Gemüter. Anders als die Metalldekonstruktion der Melvins nimmt sich das auch jeden Moment ernst. Anders als bei der scharf gestimmte Distortion von Meisterstonern Monster Magnet oder Goatsnake wird das obligate Sabbathriff hier nicht geedelt, sondern durch die Latrine geschleift, in den Arsch gegangbangt und unter Pissstrahlen aufgeschlitzt. Und das macht beängstigend großen Spaß in einer Zeit, in der Präsident Bush die Todesstrafe ankurbelt, während er Henry Lee Lucas vom Stuhl frei spricht.