Shannon Wright

Maps Of Tacit

Quarterstick

Songs from the emotional underwear. Manchmal können Lieder aus der Intimität etwas wunderbar berührendes, abgründiges sein. Und viele sind an dem Drahtseilakt abgestürzt, zwischen Magie des Individuums und öffentlichem Geschnüffel am inneren Scheißhöschen. Liz Phair etwa. Tori Amos war schon immer down. Und PJ Harvey reift permanent ins Hoch. Da kann die »Echtheit« der herzschwer angeschlagenen Akustischen schnell zwischen der Intensität der ersten White Blues Front Porch-heuler und blöder Unplugged Talk Show Schicksalsmisere wechseln. Ex-Crowsdell-Stimme Shannon macht beides in einem. Mit obengenannten Edeldamen des modernen Rock, klassisch geschult, hat sie mehr zu tun als mit den selbstbewußtseinslosen Ex-Grrrls, die auch vermehrt zur Klampfe greifen. In Moll falsettierend leidet sie nach dem reinsten Intensitätsgebot. Das führt zu großer Gefühlsschreibe wie »In the Quilt of the demand« aber auch zu unfreiwilliger Komik, wenn sich die Shelley und Blake-style schwulstenden Textpoetismen überschlagen und manche trunken stolpernde Akkordeonpolka Melanie ins Gedächtnis ruft.