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Mit den 6- bis 8-fach-CD-Samplern von Real Gone Records wird seit einiger Zeit die Jazzgeschichte zum absoluten Ramschpreis zugänglich gemacht. Ein inflationärer Skandal einerseits, andererseits kann man dadurch in viele LPs reinhören, die sonst kaum erhältlich sind. Bevorzugt wühlt das Label in den späten 1950ern und den 1960ern, in der goldenen Ära des modernen Jazz, von Hardbop bis modalem Jazz, von Free bis Fusion. Genau dorthin passt auch die Live-CD von Clemens Salesny (Altsaxophon, Bassklarinette), Woody Schabata (Vibes), Raphael Preuschl (Bass) und Herbert Joos (Trompete, Flügelhorn). Dass hier zwei Haudegen bzw. Legenden (Schabata und Joos) mit zwei »Newcomern« musizieren ist kaum hörbar, im Gegenteil, dicht, stimmig und fein homogen klingt das, durchsetzt von einer großartig Laune machenden Spielfreude. Man würde sich gar nicht wundern, wenn es diese CD einst ebenso auf dem Real Gone Label geben würde. Neben Werken vom Modern Jazz Quartett, von Charles Mingus, Eric Dolphy (ja, die Bassklarinette!) oder Art Farmer würde sich diese Live-CD kaum auffallen. In stilistischer und virtueller Hinsicht ist das dieselbe Liga, nur eben 50 Jahre später. Für Genrefreunde ein Freudenfest.

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