Lullatone

»Little Songs About Raindrops«

Plop

Wenn man das japanische Label Plop kennt, kann man sich schon ziemlich genau vorstellen, was einen erwartet, wenn sich jemand Lullatone nennt und ein Album mit dem schönen Titel »Little Songs About Raindrops« eben da veröffentlicht. Und so kommt es dann auch, allerdings noch viel besser als gedacht. Nachdem sich Shawn James Seymour – der Mann hinter Lullatone – auf seinem Debüt ausschließlich mit Sinus-Tönen beschäftigte, hantiert er auf seinem mittlerweile dritten Album vorwiegend mit Spielzeug-Instrumenten, verstärkt durch Gäste, die Vocals, Gitarre und Ukulele beisteuern. Naiver Charme? Geschenkt. Spätestens zwei Minuten nach dem der Opener »My petit Prelude« verklungen ist, verliere mich in den klaren, repetitiven Klangschleifen, die keinen Hehl aus ihrer Nahverwandschaft zu den minimalistischen Strukturen von Steve Reich machen und verschwende nicht einen Gedanken mehr an deren Ursprung. Ein gelungenes Album, sehr rhythmusbetont und melodiös, auf dem es Seymour – immer mit einem Auge für Details – vorzüglich versteht, eine handvoll bestechend einfacher Grundzutaten unwiderstehlich geschickt ineinander zu verweben.