Denseland

»Like Likes Like«

M=Minimal

Dunkle Texturen der Wiederholung, sparsamste Instrumentierung. Genau in dieser Reduktion liegt die Effizienz der Band. Für ihr zweites Album nach »chunk« (mosz, 2009) sind Denseland weiter in die Untiefen verquerer Rhythmuszerlegungen eingedrungen, dieses Zeitlupen-Wabern gemahnt an die guten Zeiten des Bristol-Sounds oder gar an WordSound, Illbient mit Jazzavancen bastardisiert. Bei David Moss‘ sonorem Sprechgesang weiß man nie, ob man sich’s heimelig einrichten oder doch lieber in Deckung gehen soll. Immerhin hatte Moss nicht nur in Strauss‘ »Fledermaus« gesungen, sondern war ferner der crazy Mr. Eddy in Olga Neuwirths Version von »Lost Highway«. Diese CD lebt maßgeblich von der wandlungsfähigen Stimme dieses Vokalakrobaten. Hanno Leichtmann und Hannes Strobl liefern mit Bass und Elektronik ein fein gewobenes Netz aus heruntergebremsten Zeitschnitten, ab und an gesellen sich Dissonanzflächen aus der Echokammer dazu. Das Berliner Trio hat zwar den Techno der Stadt internalisiert, auf »Like« dübelt sich der Trip indes in die spiegelverkehrte Seite der Glitzeroberfläche: ein geheimnisschwangeres Labyrinth, bei dem man quasi Ikonen der Gegenkultur der letzten 50 Jahre vorbeiziehen sieht. Kaum hat man sich auf diese Hypnose eingelassen, ist sie schon wieder vorbei. Das Gute daran: Je öfter »Like« läuft, desto besser wird es.