Queens of the Stone Age

»...Like Clockwork«

Matador

In der Rockmusik gibt es neben Dave Grohl wohl nur einen weiteren Herren im mittleren Alter der das weit verbreitete Bedürfnis nach hemdsärmeligem Arschkick-Rock bedient und den man trotzdem nicht peinlich finden muss. Es handelt sich um Josh Homme mit seiner Band Queens Of The Stone Age. Dass diese seit sechs Jahren kein Album veröffentlicht hat kümmert niemand: sobald Homme die Presse mit Neuigkeiten füttert, krähen alle Hähne plötzlich wieder nach ihm (»Was? Alex Turner, Trent Reznor und Elton John auf der neuen QOTSA?!«). Dass seine besten Platten (»Welcome To Sky Valley« mit Kyuss, »Rated R« mit QOTSA) lange zurückliegen, macht da eher wenig. Er ist halt einfach der coole Fels in der Brandung kommender und gehender Hypes. Außerdem kommt ihm zugute, dass er sich bisher keine wirklichen Fehltritte erlaubt hat, was andere in seinem Alter nicht behaupten können. Auch »…Like Clockwork« ist insgesamt frei von Totalausfällen, wenngleich Songs wie »The Vampyre of Time and Memory« wenig mehr sind als Objets Trouvés im Wirkungskreis der unauslöschbaren Rockballade, ca. 1973. Nicht gebraucht hätte es außerdem den Einbahnstraßenkracher »Fairweather Friends«. Doch in seiner Gesamtheit ist »…Like Clockwork« eine wirklich gute Platte, die QOTSA überraschend altersmilde zeigt. Wer die Band wegen Riff-Walzen wie »You Think I Ain’t Worth a Dollar, But I Feel Like a Millionaire« oder »Tension Head« mag, könnte seine liebe Not mit »…Like Clockwork« haben. Mehr als je zuvor schwingt die Stimmung zwischen rammdösig (»I Appear Missing«) oder gar somnambul (»Kalopsia«). Wenn es kracht, dann eher sludgy als straight und um die Ecke gedacht als auf den Punkt formuliert. Gut möglich, dass »…Like Clockwork« in einigen Jahren als Ûbergangsalbum gelten wird, das eine nicht unsympathische Neuausrichtung der Band einläutete.