Various Artists

Les Chansons des Perverts

Crippled Dick Hot Wax

Wenn einer einen schlechten Ruf ehrt, dann Crippled Honcho Toner von Bach, der den politisch korrekten Attacken auf seine Rereleases von Sexploitation-Soundtracks und die noch schlimmere Feuilleton-Verachtung , nur aufgesetzt-witzigen Schmuddelkram zu veröffentlichen, eine volle Breitseite Retour setzt. Ein erotomaner Konzeptsampler. 16 sagenhaft groovende Tracks vollgesaugt mit Geschlechtssud, Niederträchtigkeit, Sex, Crime, Speed und Partydekadenz als Themengeber. Bikermovie und 70er Pornomusical-Extrakte (Come in my Mouth!). Incredibly Strange Schmachtfetzen (Leonard Nimoy-Ordensträger Henry Buzz Glass) Exquisite Raritäten: Das via Compost vielgesampelte, sonst verschollene Mystic Moods Orchestra. Don Paulins hinreissender Mandingo-Bluespop »Sugar Cane«. Und noch viel überzeugender der brillante Querschnitt der Crippled-Neuentdeckungen, allen voran die L.A. Lounger Anubian Lights, der Weilheimer Monsieur Leroc, Ray Makers, die die Soulhosen fast wie ein Purple Rain-Outtake von Prince runterlassen, der brodelnd ram jammende Krautfloor von Higher than God und Dodo, die K+D ins Geisterhaus schickt. Wo andere Dancelabels orientierungslos an der Innovationsnudel rubbeln, kredenzt man hier unbekümmert und skrupelfrei die Orgienpackung Sex Beats für alle kommenden Saisonen der Liebe. Nicht nur für Club-Libertins ein mächtiges Album und Grundstock für den Gabentisch.