CandiES

Leaving Our Homes

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Während es die Ramones noch bis zu ihrem zweiten Album zu Hause aushielten, treibt es die italienischen CAndiES gleich auf ihrem Debüt fort von daheim. Wollten die New Yorker Kaugummipunker wahrscheinlich nur bis zum nächsten Klebstoffladen, so wollen CAndiES höher hinaus. Die neun Tracktitel ergeben einen mystischen Sinnspruch, der gut zu den inbrünstigen, epischen Ambient-Noise-Rock-Stücken paßt. Der zeitweilige Einsatz von Blasinstrumenten, Streichern und Vibraphon auf den langen Instrumentalstrecken läßt an Tortoise oder Godspeed You Black Emperor! denken, (denen man ja auch interpretationsbedürftige Plattentitel vorhalten könnte), oft spürt man aber auch die vertrackte, verhaltene Energie und die trügerische, gespannte Ruhe von Mathrock einschlägiger amerikanischer Provenienz. Unterstützung bekommen CAndiES dabei von John Convertino von Giant Sand/Calexico und Kevin Branstetter von Truman?s Water. Die wenigen mit Gesang (Geschrei?) versehenen Stücke sind meist kurze Ausbrüche ruppigen Punkrock-Furors, die aber keinen Stilbruch darstellen, sondern willkommene Abwechslung bringen und zeigen, worin dieses Genre trotz seiner Auswüchse eigentlich wurzelt. Das finale »a message« bringt die Entwicklung schließlich logisch auf den Punkt und schließt das Album mit einem meditativen Ambient Techno-Track würdig ab. »L’Italie, douze points!«