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Orgel auf elektronisch: Sledziecki, aus Danzig stammender Komponist und Teil des Trios facet, bespielt auf »Kopplungen« die Orgel der Kunst-Station, dem zweitgrö&szligten Instrument der Stadt nach der im Kölner Dom. Der Spieltisch wird dabei zum MIDI-gesteuerten Klangorganisator, wodurch auf die inhärenten Möglichkeiten der Orgel ebenso zugegriffen werden kann wie auf ihre elektronische Translation. Immer wieder bin ich bei »Kopplungen« versucht, an Wolfgang Mitterer zu denken. Aber das aus rein formalistischen Gründen. Sledziecki spielt sich entlang der schmalen Grate zwischen konkreten Orgelklängen und elektronischen Flächen, spannt immer wieder soundtrackartige Stimmungen auf, ein beinahe kontemplatives Mäandern perlt aus »Kopplungen«. Sledziecki setzt da an, wo sich Stockhausen und Jahrmarkt-Drehorgeln gegenseitig etwas betreten angrinsen. Das Sakrale trifft auf das Profane, Mensch auf Maschine. »Kopplungen« macht die Durchmischung all dessen hörbar.

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