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Leszek Mo?d?er

»Komeda«

ACT

Eine der Besonderheiten dieser CD ist, dass sie es kurzfristig sogar an die Spitze der polnischen Albumcharts geschafft hat, und das, obwohl hier ein Jazzpianist das Werk eines Filmkomponisten interpretiert. Aber Krzysztof Komeda ist nicht irgendwer, sondern zumindest in Polen eine Legende – und auch hierzulande sollte man ihn kennen, denn er schrieb bis zu seinem frühen Unfalltod 1969 die Musik zu fast allen Filmen von Roman Polansky. Auf »Sleep Safe And Warm« lächelt uns das berühmte Thema von »Rosemary?s Baby« entgegen, allerdings wesentlich verspielter und gediegener, als etwa in der Schweinerockfassung von Fantomas (falls die jemand kennt). Eine weitere Besonderheit ist der klassisch geschulte Pianist, Leszek Mo?d?er, der auf »Komeda« wie ein Keith Jarrett zu Kölner Zeiten klingt. Zumindest beim ersten Hinhören. Mo?d?ers Improvisationen sind konzentrierter, der Formensprache der Klassik viel näher stehend – als hätte er Keith Jarrett eine Franz-Liszt- oder Frédéric-Chopin-Schlafmütze übergestülpt. Eigentlich verhält es sich genau umgekehrt: Auf »Komeda« nascht die Jazzimprovisation ungeniert von den Früchten der Klassik und macht diese im Handumdrehen entspannter und eingängiger. Tolle Sache also. Noch eine kleine Vision zum Schluss: Man stelle sich eine Welt vor, in der diese Musik mühelos die Spitze der weltweiten Popcharts erstürmt. Wäre verrückt, oder?

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