Breach

Kollapse

Burning Heart

1993 kommt es in Luleå, einer kleinen Stadt im Norden von Schweden, zum Split der lokalen Punkband Superdong, aus deren Überresten sich Fireside und Breach formieren. Während erstgenannte seither relativ erfolgreich in Sachen Emo-Core unterwegs sind, widmen sich Breach seit mittlerweile fünf Alben der Erforschung von eher düsteren Klangwelten. Mit »Big Strong Boss« als Opener ihres aktuellen Outputs locken sie den Hörer mit einem post-rockigen Instrumental in ihren dunklen Keller, um ihm dort mit einem feisten Grinsen und dem folgenden »Old Ass Player« das Gehirn aus dem Schädel zu brüllen. Nach knapp zwei Minuten darf man kurz bei »Sphincter Ani« verschnaufen, bevor einem in »Alarm« fast die Luft abgedrückt wird, und einen das anschließende »Lost Crew« überrollt. Breach erzeugen einen unheimlich dichten Sound, ziehen massive Gitarrenwände hoch und lassen sie wieder implodieren, die entstehenden Klanglandschaften scheinen manchmal undurchdringlich. Und doch: Auf »Kollapse« bekommen die Songs genügend Raum zum Atmen; zwischen den meist eher kurz gehaltenen Noise-Ausbrüchen finden sich immer wieder ruhige, introvertiert-atmosphärische Instrumentals, oft mit Tamburin und Glockenspiel unterlegt, bei denen sich die Band viel Zeit lässt und das Album so zu einer extrem spannenden Reise in die dunklen Abgründe des Daseins macht.