archive-image-placeholder-v2

Hinter Queen Of Japan (QOJ) verbergen sich bekanntlich Hans Platzgumer, Albert Pöschl (u.a. Echokammer-Chef, Diska) sowie die umwerfend-faszinierende Discoglitzerkugel-Queen Catriona »Gitarrenkatze« Shaw. Nach der letzten CD »Head Rush« mit kongenial subversiven Electronic-Pop-Covern (»Do You Think I’m Sexy«, »I Love Rock’n’Roll«, »I Was Made For Loving You Baby« aber auch Soft Cells »Seedy Films« und Gillas »Zieh‘ mich aus«) und plötzlich jeder Menge Beteiligungen auf diversen Fashion-Show-Samplern sowie der schnell erkannten Gefahr total missverstanden in die Guildo-Horn-Electro-Clash-Spaßterroristen-Ecke gedrängt zu werden, haben QOJ nun sozusagen die Notbremse gezogen. Soll heißen keine Cover-Versionen mehr, dafür frechster Radikal-Do-It-Yourself-80s-Synthcore-Bastard-Pop. Natürlich wieder mit der Suche nach dem perfekten Sex-Song im Zentrum des ebenso trashig-rockig/billig-derben wie lasziv-erotisch und verschmitzt subversiven QOJ-Disco-Universums. Dafür wird geklaut, als ginge es um die goldene Panzerknacker-Medaille in Sachen Copywrong/Copyleft. Also tuckert der Trio-Casio-Rhythmus von »Da, Da, Da« subkutan durch »Apostle Of Love«, werden Queens »Fat Bottomed Girls« mit Giorgio Moroders »Chase« als »Fat Bottom Baby« (inklusive des wahrscheinlich bis dato ekstatischsten Hans-Platzgume-Discotiers) kurzgeschlossen, knallen einem Yes mit »Owner Of A Lonely Heart« (plus Schweinegitarren-Solo!) bei »Scene Baby« um die Ohren, brechen sich Human League mit »Being Boiled« im Mittelteil von »B-O-D-Y spells Body« alle Beine und erstöhnt sich dann auch noch Supermäxchens »Love Machine« zu neuen Mutationsformen (»Bend Down For Me«). Wobei weniger die Auswahl fasziniert, als die subtile Herangehensweise, die atemberaubend zwischen Kleckern & Klotzen und subversiver Camp-Lesart des bearbeiteten (und natürlich auch geliebten) Roh-Materials herumflaniert. So sexy und intelligent können Killer On The Dancefloor sein, zumal hier über allem auch der anarchistische Geist von legendären Prä-Bastard-Pop-Polit/Punderphonic-Acts wie Culturecide als Art Überbau fungiert. Da können wir nur hoffen, dass der Schlusstrack »Sayonara« nicht das letzte Wort in Sachen QOJ bedeutet. Party On!

favicon

Home / Rezensionen

Text
Didi Neidhart

Veröffentlichung
22.10.2003

Schlagwörter


Scroll to Top