Skizze

Imitation von Konsens

Kelo

Die Geschwister Ina und Max Freudenschuß haben ihr seit Jahren verfolgtes Modell eines Synthie-Pop-Duos mit Anspruch und umfassendem Referenzsystem im Rahmen ihrer Möglichkeiten mit dieser weitgehend im DIY-Verfahren (inkl. der damit einher gehenden Lo-Fi-Mängel) produzierten und veröffentlichten CD de facto ausgereizt. Ihre Ingredienzen wären ja nicht die Schlechtesten: Eine offen zur Schau gestellte Leidenschaft für große Popmusik im allgemeinen (und jene der 80er im speziellen), die nicht minder offen ausgelebte Nachdenklichkeit zweier höchstwahrscheinlich in geistes- und/oder sozialwissenschaftlichen Studienrichtungen eingeschriebenen jungen Menschen von heute (Identitäten und deren Konstruktion hinterfragen, das eigeneLeben zwischen Laptop, Langeweile und Lebensplanung reflektieren, Selbstzweifel zur Schau stellen usw.) und schließlich die Absicht, diese beiden Punkte unter einen Hut zu bringen.
Bei der Fusion spudert es aber, und so lässt sich das unschöne Wort von der Kopflastigkeit ihrer sich im Kern doch nach Leichtigkeit sehnenden Stücke nicht vom Tisch wischen; obendrein bewegt sich ein Großteil der Musik schlicht zwischen nett-beschaulich und fad dahinplätschernd. Ausnahmen bestätigen freilich die Regel und erzählen so auch vom Potenzial der Band. Positiv ragen etwa die bereits vom Soft-Egg-Sampler bekannte, dadurch aber nicht minder unglaubliche Hole-Coverversion »Violet« und das schöne Minimal-Techno-Popstück »Leichter werden« heraus.