Esmerine

If Only A Sweet Surrender To The Nights To Come Be True

Resonant

Zuvorderst sei einmal Hoanzl dafür gedankt, das Resonant-Label in den Vertrieb aufgenommen zu haben. Nicht nur zum großartigen letzten »Kepler«-Album ist man dadurch leichter gekommen, sondern auch zu anderen Veröffentlichungen wie etwa Esmerine’s Erstling. Dass das kanadische Musikerkollektiv von »Godspeed You! Black Emperor« diverseste Ableger hat, hat sich ja herumgesprochen. Von »A Silver Mount Zion« über »(and Set Fire To The Flames)« bis hin zum neuesten Nebenprojekt »Esmerine«. Bruce Cawdron und Beckie Foon haben die Gitarren rausgeschmissen, die Vocal-Samples komplett abgedreht und ein Album gemacht, in dessen Zentrum Schlagzeug, Cello, Cello, Cello und Cello stehen. Acht Tracks hat man sodann zu einer 50minütigen Tour de Force zusammengestellt. Schon die Covergestaltung sagt kokett »Hallo, Dunkelheit!«. Macht Track 1 noch Hoffnung, dass sich das Album in die wohlige Atmosphäre selbstzufriedener Melancholie hineinschaukelt, in der man ganz selbstgefällig ein wenig Selbstmitleid spazieren führen darf, ehe dann beim Auswerfen der CD eh wieder alles in Ordnung ist, so verliert man sich spätestens ab Track 2 in eine etwas ambivalenter aufgeladene Form der depressiven Vereinsamung mit durchaus Paranoia befördernden Nebenklängen. Der verquere Albumtitel hat also recht, und es empfiehlt sich schon, diese Aufgabe als Hingabe zu deuten, um zu sehen, was sich in den sonnenabgewandten Tageszeiten versteckt hält. Zwischendurch bäumt sich das Schlagzeug, das recht lange auf sich warten lässt, gewaltig auf und die Streicher ziehen ihre Runden sowieso unbeirrt durch Wald und Dunkelkammer. Wenn dann Track 2 auch noch »There Where No Footprints In The Dust Behind Them …« heißt, dann sollte das Album mal jemand David Lynch in die Hände drücken! Bedrückend beeindruckend.