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Reden wir einmal nur über Liebe. Also über ein nichtartikulierbares Begehren. Oder wie Robert Crumb es in den Linernotes ausdrückt: »I know little or nothing, yes, nothing, about most of these women and the musical styles they represent. I don’t even understand the words being sung on any of these records (…). I only know what I like! (…) It’s impossible for me to explain in words what it is exactly that I like about this old music.«
Schöner ist in diesem Zusammenhang eigentlich nur noch die hier versammelte Musik »from the hot and passionate countries«. Wobei die Reise zu den hier geborgenen, einst vergrabenen/verborgenen/vergessenen Schätze quer durch die Welt, also von Louisiana, Mexiko (Lidya Mendoza), Kuba, Brasilien, Chile, Spanien, Griechenland, Italien, Algerien, Tunesien, Türkei, Kongo, Vietnam, Indien bis nach Hawaii geht und die Zeitspanne von 1927 bis 1950 betrifft. Crumb ist dabei in aller erster Funktion Fan, Sammler und von mir aus auch Nerd. Aber er sagt richtige und wichtige Sachen. Nicht nur über die Liebe und das Begehren. Auch über das damit verbunden/dadurch gespeiste Hören. »It is an adventure into the unknown, a mysterious, vanished world, an alternate reality.« Womit wir eigentlich auch bei der gänzlich gar und gar nicht volksmusiktümlichen Begeisterung so mancher nach alter Musik forschender Beatniks wären. Aber das wäre schon wieder eine andere Geschichte. Bis dahin bitte diese CD mehrmals täglich hören und den Begriff »Exotica« um einige Aspekte erweitern.

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Text
Didi Neidhart

Veröffentlichung
05.10.2003

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