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Zwei entzückende Australierinnen sind das. Anthea ist die Elektroakustikerin, Thembi scratcht das Cello. Gut, manchmal streicht sie es auch. Wer sich die paar Fotos auf Myspace ansieht (ja, gibt’s immer noch), würde vermutlich mehr an eine Post-Punkband und schwarze Rosen denken. Und traurige Sonntagnachmittage. Ein Hauch davon ist auf »Host« erhalten geblieben, immer wieder mal regnet es ganz unspektakulär oder tropft das Wasser von der Decke in einem feuchten Kanal, als hätte sich Harry Lime nach Melbourne verirrt. Aber dann fetzen die Damen wieder los, eruptiv und schrill und allzu vertraut in dieser Ecke der Elektroavantgarde. Irgendwo zwischen Improv, Elektroakustik, field recordings und environmental sounds befinden wir uns hier. Damit da jetzt blo&szlig kein Missverständnis aufkommt. Unter diesem Nenner finden sich in »Host« von schwarzer Romantik und entzückender Weltuntergangsstimmung getragene Passagen, die durchaus ihren Reiz haben. Wirklich gelungen ist z. B. »A Shut In Place«, ein Meisterstück angewandter Beklemmung. Und da sind wir wieder bei den schwarzen Rosen, auf die allerdings eine ganze Menge saurer Regen niedergeht. Ein Geheimtipp.

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Text
Curt Cuisine

Veröffentlichung
19.01.2013

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