Roman Rauch

»Heliocentric«

Klamauk

Man kann sie förmlich riechen: Die süßlichen Rauchschwaden nämlich, die einen umhüllen, wenn das erste Klaviersample durch die Boxen wummert und sich mit den Beats verbindet. In »Vibe Tribes« kommt der Groove noch leichtfüßig und smooth auf 90 BPM, aber schon mit »U Don’t Smoke What I Smoke« gewinnt Roman Rauch an Fahrt, bis es qualmt. Der Wiener, der bereits einige tolle Singles auf so einschlägigen Labels wie Philpot oder Tenderpark unterbringen konnte, mag seine Samples gerne verspult und benebelt, wie die witzigen Interludes unterstreichen. Er kann mit einem Mal aber auch ganz schnell ernst und trocken werden. Das Minialbum »Heliocentric« besticht durch diese Ab- wechslungen, liefert den sonnigen HipHop für die Terrasse (»Brickhouse«) genauso wie den abge- kühlten House (»I’m Gonna Take All I Can Take«) für die Nacht. Die einzelnen Anleihen aus Disco, Jazz, Soul, Wonky und Broken Beats sind alle sehr stimmig zusammengeführt. Das einzige Manko der Scheibe besteht darin, dass sie mit etwa einer halben Stunde Spielzeit doch recht kurz geraten ist. Das lässt aber auf einen raschen Nachfolger hoffen.