N.E.R.D.

»Fly Or Die«

Virgin

Wenn Pharrell Williams, Chad Hugo und Rob Walker gut sind, sind sie verdammt gut. Wenn sie sich übernehmen, einfach rundherum zuviel herum tun (etwa als Neptunes) und dazu auch noch ihren Geschmack für schlechte/unnötige Rockmusik der Marke No Doubt & Co. kultivieren, dann kann ihnen schon mal fast ein ganzes Album daneben gehen. Nicht weil hier ein blöder Crossover betrieben wird (es wird hier mehr zurückgecrossovert als es auf dem ersten Anschein erscheinen mag), auch nicht weil sich Schwarz und Weiß nicht vertragen (was zudem ein äußerst rassistisches Argument wäre). Die vertragen sich hier besser als anderswo, nur kommen den N.E.R.D.s dabei halt immer die eigenen Beavis & Butthead-Alter Egos in die Quere. Weil im Hintergrund tut sich schon viel, schimmern die Beach Boys, Brian Wilson, Van Dyke Parks und auch die Beatles durch. Nur wo etwa ein Prince den psychedelischen Pop der Beatles in seine chemischen Code-Bestandteile zerlegte und als Phonk wieder zusammensetzte, knallen bei N.E.R.D. die TV-Highschool-Serien-Vorspann-Punk-Drums inklusive ebensolcher unnötiger Gitarren durch beinahe jeden potentiellen Klassesong. Es kann ja sein, dass auch dieses Werk wieder remixt und neu auf den Markt geworfen wird. Dazu aber ein paar Tipps, meine lieben N.E.R.D.s: a) als reine Fun-Combo genügen im Jahr 2004 downloadbare Tracks, da muss kein Album gemacht werden, b) schlechter Funk-Rock wird nicht besser wenn er von Lenny Kravitz an der Gitarre gespielt wird, ist aber immer noch feiner als auf Kravitzs eigener CD, c) hört euch doch mal »Hardcore Bands« wie Bad Brains oder Fugazi an und überlegt euch dazu, warum z.B. ein gewisser Diedrich Diederichsen über die zweite Band mal sagte, die sei so super, weil da könne problemlos auch ein Chicagoer House-Track unterlegt/reingemixt werden.