Sister Iodine

»Flame Desastre«, »Oblivio Agitatum«

Editions Mego

Der Feedback-Attacke nächster Teil: Auch auf ihrer vierten VÖ schenkt sich das französische Trio Sister Iodine (Lionel Fernandez/Erik Minkkinen/Nicolas Sakamoto-Mazet) genau gar nichts. Das VU-Meter permanent im dunkelroten Anschlag. War auf den Vorgängeralben noch zumindest eine Idee von gitarrenlastigem Hardcore, haben wir es auf »Flame Desastre« mit desavouierenden Noiseflächen zu tun, wie sie nicht besser aus dem Land der aufgehenden Sonne kommen könnten. Ab und an schälen sich aus diesem Konvolut doch Schlagzeug-Rhythmen in den Vordergrund, bloß um möglichst bald von Geräuschen von lecken Kabeln, Synthesizer-Massaker und übersteuerten Gitarren abgelöst zu werden. Hier wird Noise nicht mehr über Gitarren sondern über Elektronik gelesen. Ist mir zuviel des Einen, so oder ähnlich gab es schon oft. »Trope« reißt die Schwestern gegen Ende mit Gitarrenminimalismus à la Walking Time Bombs wieder ordentlich heraus. SI sind für mich einfach viel besser, wenn sie auf Skullflower machen anstatt nur auf Krach.

Experimental-Altmeister Bruce Gilbert gibt sich auf »Oblivio Agitatum« die Ambient-Ehre. Nur knapp über der Wahrnehmungsgrenze gehaltene Drones, bedächtig ziehen herbstverhangene Electronica-Nebelschwaden vorbei. Zweimal recht kurze Nummern, dafür eine um die 25 Minuten. Ich werde aus dieser VÖ nicht schlau: Was soll da dran sein? Für einen wie Gilbert ist so was doch nur Fingerübung. Hinterlässt gar nichts. Leider.