Curd Duca

Elevator 3

Mille Plateaux

Ducas Schnipsel-Irrsinn, eine Lift-Etage höher. Man könnte in seinen Tracks, die nie länger als zwei Minuten dauern, eine Ansammlung von Elementen aus allen Musiken sehen. Oder so: Wenn jemand musikalischen Raubbau betreibt, dann er. Das gute ist, dass es sich immer wieder ausgeht, einen Flow hinzukriegen. Die Finten, die auf „Elevator 2« mit »electro-acoustic mood music« ausgelegt wurden, werden hier verdichtet – geht das überhaupt noch? Ja, und wie – und per Powerbook auf die Stufe »digitalanalog« hinauf transformiert. Ob Wagnerisch-Elegisches, Musique Concrète, Sprachsamples, Lounge Muzak: Alles wird von Duca verarbeitet, um Flächen aufzubauen, die sich in wirklich jede Richtung ausdehnen. Der Elevator hält mit seinen »Teasern« in Kinos, auf der Straße und bei brasilianischen Tanzkapellen auf und fährt tief in den Festplatten-Magen hinein. Die fünf Nummern mit Carin Feldschmid (voc) sorgen für verträumte Extensionen. Duca, der Gefühlsausreizer: Heißt es doch: »Eine Platte für jede Stimmung«. Na dann viel Spaß bei der Ego-Erforschung mit 48 Tracks.