Caterina Barbieri © Elevate Festival

Elevate Festival 2018

Vom 28. Februar bis 4. März bietet das Elevate Festival in Graz viel Raum für kontroversen Diskurs und avancierte Sounds, skug ist mit einer eigenen Stage vertreten.

Heuer geht das Elevate Festival ins dreizehnte Jahr, feiert also gewissermaßen einen unrunden Geburtstag. Dazu passt der diesjährige (via Skype zugeschaltete) Stargast des Festivals, WikiLeaks-Gründer Julian Assange, der neben seiner Unterstützung für Trump, Brexit und die katalanische Unabhängigkeit in letzter Zeit zunehmend durch ein breites Spektrum an neurechten Äußerungen aufgefallen ist. Dem hält man von Seiten des Festivals die globale, politische Rolle von WikiLeaks entgegen und verspricht eine kritische Auseinandersetzung mit der Problematik. Ob die Strategie aufgeht und sich das Festival als geeigneter Rahmen für eine Auseinandersetzung mit dem Nationalismus, Antisemitismus und Sexismus seines Stargasts erweist, wird sich im Rahmen des fünftägigen Diskursprogramms mit dem Titel »Risiko/Courage« weisen, für das unter anderem die US-amerikanische Menschenrechtsanwältin Tara Houska, der Wistleblower Thomas Drake und die ukrainische Künstlerin und Feministin Oksana Shachko eingeladen wurden. Die Voraussetzungen für spannende und kritische Diskussionen wären jedenfalls gegeben.

Das Musikprogramm führt den Weg der vergangenen Jahre konsequent fort und kombiniert eine wachsende Vielfalt an Konzertformaten mit Festival-tauglicher Clubmusik. So trifft am Samstag auf der skug-Bühne Steven Stapleton’s Nurse With Wound auf Ex-Napalm-Death-Drummer Mick Harris und den Berliner Musiker Rashad Becker, während ein paar Stockwerke tiefer DJ Deeon von Dance Mania, DJ Taye von Hyperdub und Nídia von Príncipe Discos eine Brücke zwischen den Vorstädten Chicagos, Londons und Lissabons schlagen. Die Ankündigung einer Open-Air-Bühne lässt mich hingegen etwas ratlos zurück – schließlich haben wir Anfang März. Immerhin lehnt sich am Freitag FM4 mit einer gut bestückten HipHop-Party aus dem Fenster, die uns den New Yorker Mixtape-Champion Cakes Da Killer beschert, wie auch eiskalten Neo-Grime von Iglooghost und Kamaal Williams’ Südlondoner Broken Beat-Eskapaden. Auch abseits der großen Namen gibt es wieder einiges zu entdecken, etwa die Synthesizer-Kompositionen von Caterina Barbieri, die Zusammenarbeit von Mia Zabelka mit Tina Frank oder die vermutlich furiosen Performances von Will Guthrie und Ana Threat.

Link: https://elevate.at

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