Explosions in the Sky

Earth Is Not A Cold Dead Place

Bella Union

Ein Hosanna für Doppelgitarre. Ein Festmahl in Sachen Post-Rock. Ein Name, der sich als Fixstern in die Bibel der Rockgeschichte brennen wird. Dort, wo Mogwai aufgehört haben gut zu sein, nämlich unmittelbar nach ihrem Debütalbum »Young Team«, setzt sich dieses texanische Quartett aus dem Freundesumfeld von American Analog Set fort. Erleuchtete Chimes in Zirkelriffs. Zärtelnd militante Snare-Marschrhythmen als Antreiber vergeistigter Gitarrenschönheit im Sinne Soft Machine und später Sonic Youth. Fast glaubt man hier Godspeed You! Black Emperor hätte hier eine Jubelmesse für Robert Wyatt verfasst, nur die wacklige Fönstimme des großen Genossen will einfach nicht ertönen und wartet nur wohlwollend hinter dem Klangvorhang. Dazu ein fast schon klassizistisch wie perfekt durchzogenes Teamspiel und kleine Gloomfacetten im Gedenken an Joy Division. Mit ihrem Debut »Those who say the Truth shall die. Those who tell the Truth shall live forever«, fast schon eine InstroRock-Operetta mit Slint’scher Murmelstimme, waren sie schon heftig gepriesene Newcomer. Mit »Earth is not a cold dead place«, wesentlich zärtlicher in seinem Sturm und Drang, sprich der genre-eigenen Laut/Leise-Dynamik, ist ihnen der Gralshügel sicher. Segen! Segen! Segen!