Dorian Concept

»What We Do For Others«

Brainfeeder

Nach einer spannenden Odyssee durch die internationale Labellandschaft, mit Aufenthalten bei Earstroke Records, Affine Records, Kindred Spirits und Ninja Tune, scheint der Wiener Keyboarder, Elektroakustikkomponist und Impro-Musiker Oliver Thomas Johnson alias Dorian Concept nun bei Brainfeeder einen wahlheimatlichen Anlegehafen gefunden zu haben. »What We Do For Others« ist nach »The Nature of Imitation« und »The Jitters« die dritte Veröffentlichung Dorian Concepts unter den Fittichen der von Flying Lotus betriebenen Musikschmiede. Mit diesem und anderen Kapazundern wie Thundercat, MF DOOM, The Cinematic Orchestra und Mark Pritchard, aber auch mit PurveyorenErnster Musik wie dem Klangforum Wien stand Johnson bereits am Konzeptbord, im Studio, oder auf der Bühne. Das Album hat etwas Frühlingshaftes. Überall sprießt und knospt es, seltsame Klanggestalten zeigen sich. Die Sounds, allesamt von Johnson selbst eingespielt, wirken frisch und neckisch, sind manchmal kurios, aber driften niemals ins Unheimliche oder in die Verworrenheit ab. Nicht zuletzt, weil es sich bei den dreizehn Tracks des Albums um nachträglich nicht mehr editierte One-Takes handelt, wirkt es im positivsten Sinne improvisiert: unbedarft, aber keineswegs unbeleckt. Der Aussage des Künstlers zufolge sei es ein Anliegen, dem Legitimierungsdruck des eigenen Schaffens entgehen zu wollen, was eine befreite Juvinalität, allerdings ohne belastende Sentimentalität, in den Stücken spürbar werden lässt. Beim Hören entsteht der Eindruck, als sei das Album der Spiralförmigkeit einer Meeresschnecke nachempfunden. Kalkige, sich emporwindende und warme, molluskenhafte Elemente ergeben zusammen ein wundersames Gebilde, das in seiner Drehung ewig weitergedacht werden könnte. Die Produktion wirkt sehr eigenständig und singulär. Wollte man vergleichen und einen gemeinsamen Dunstkreis feststellen, so kämen Acts wie Bibio, Hauschka, Kelpe oder auch Flying Lotus in den Sinn. »What We Do For Others« ist weniger straight und wirkt auch weniger elektronisch als frühere Produktionen von Johnson, vermag aber mit großer Wahrscheinlichkeit diejenigen zu begeistern, die sein Wirken schon seit Längerem verfolgen.