Alldra

Domm

Frisin Rekkords

Eine Alemannisch gesungene CD kann für den Ostösterreicher schon eine Herausforderung sein. Nach einer Einhörphase ist es aber halb so wild, au&szligerdem sind die Texte ja im Booklet abgedruckt, was im Zweifel aber auch nicht wirklich weiterhilft. Hinter Alldra verbergen sich vier nicht mehr ganz junge Männer, die schon 1995 im Vorprogramm von Reinhold Bilgeri und Michael Köhlmeier eine gewisse Bekanntheit erlangt haben, und die stilistisch mit Skiffle, Electronics, Cumbia und sogar einem sehr gelungenen Wienerlied auffahren. Mit dem vertrauten Instrumentarium Gitarre, Kontrabass und Akkordeon sowie einigen Gastinstrumentalisten spannen die Anzugträger in zwölf Stücken einen stimmungsvollen Bogen, dessen beste Passagen eine alemannische Coverversion der Mörderballade »Long Black Vail« (»Schwoazes Kload«), der luftige Fetzer »Ma Sött« oder auch der vokale Beitrag des Dichters Heinz Bitschnau mit »dr teifl«/»nüt as zaspla« sind. Also wenn die beiden letzten Titel nicht wie aus einer völlig fremden Sprache klingen? Als kleine Schwäche kann die eher dünne Stimme des »Hauptsängers« gewertet werden, deshalb ist »Domm« auch in den mehrstimmig gesungenen Teilen am überzeugendsten. Der Grundtenor der – soweit verständlichen – Texte ist in dem geflügelten Wort »Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst« treffend charakterisiert. Originell sind auch die Fotos im Booklet aus dem Kurhotel Schruns vor dem Verkauf des Inventars. Wenn ich nur endlich draufkommen würde an welches Dylan-Stück mich »Alls goht da Bach abe« erinnert