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Diese harten Burschen aus Melbourne haben vermutlich nie Karl May gelesen. Ich auch nicht, aber wenn man hierzulande den Namen Don Fernando googelt, erfährt man, dass es sich dabei um einen Pantoffelhelden handelt, der unter der Fuchtel seiner Haushälterin Eulalia steht. Das klingt so gar nicht nach den Attributen, mit denen sich diese Don Fernandos beschreiben wollen: »massive riffs, massive hooks, tight as fuck, no bullshit«. Ja, hier kommt tatsächlich Stoner Rock vom Kaliber der Queens of the Stone Age auf die Hörerin zu, allerdings mit einer allzu eindeutigen Metal-Schlagseite. Sehr monolithisch und einschlägig klingt das also. Nur selten atmet eine Passage frischere Luft, aber dass das Resultat deswegen öde ist, wäre auch übertrieben. Eine zwar einschlägige, trotzdem unüberhörbare musikalische Substanz ist vorhanden. Don Fernando könnte also für Genre-Freunde noch eine spannende Band werden. Wer der endlosen (Selbst-)Reproduktion innerhalb bestimmter Rockgenres ungeduldiger gegenüber steht, der denkt dann doch wieder an Karl May. Nur dass der Name der Haushälterin eben nicht Eulalia ist, sondern z. B. System of a Down ist. Unter dieser Fuchtel stehen Don Fernando doch ganz schön – und ziehen dabei auch noch in kreativer Hinsicht den Kürzeren.

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