Black Midi © ListenBerlin

Dekonstruierte Hörgewohnheiten

Black Midi aus London spielen am Montag, dem 7. Oktober 2019 im Lido in Berlin. Eine kurze Erklärung, wieso man sich das aus musikalischen Gründen nicht entgehen lassen sollte. Und die Chance, 2 x 2 Karten zu gewinnen.

Das namentlich seltsam deutsch klingende Debütalbum »Schlagenheim« (Rough Trade) von Black Midi vom Juni 2019 ist in vieler Munde. Bereits der grandiose KEXP-Auftritt der vierköpfigen Band aus London sorgte für angenehme Furore und schraubte die Erwartungen bezüglich des angekündigten Langspielalbums hoch. Und man wurde nicht enttäuscht. Auf neun Songs legen die Jungs eine Gesamtkomposition vor, die in ihrem Konzept zugleich etwas artsy anmutet, jedoch mit einem leicht mathematischen Habitus (ohne verkopft zu klingen) gekonnt Hörgewohnheiten dekonstruiert, Post-Punk, Post-Hardcore sowie Jazz-Vibes einbringt, sogar Krautrock (man veröffentlichte 2018 mit Damo Suzuki) einspeist und ein ziemlich hörbares, spannendes, catchy Album schafft.

Geordie Greep (Gesang, Gitarre), Matt Kwasniewski-Kelvin (Gitarre, Gesang), Cameron Picton (Bass, Gesang) und Morgan Simpson (Schlagzeug) heißen die Bandmitglieder. Und Greep ist vielleicht so etwas wie ihr Frontman. Es ist sein Gesang, der an den kürzlich verstorbenen The-Fall-Frontman Mark E. Smith erinnert, dessen verschrobene Art (zu singen) Greep gekonnt anerkennt, jedoch nicht nachahmt und sein eigenes Ding macht. Und das klingt anfangs vielleicht etwas seltsam, dieses nuschelnde, leicht altbackene Punk-Blues-Prediger-Getue, geht aber gut auf im ansonsten durchkomponierten, strukturierten Sound, quasi als Gegengewicht. »Schlagenheim« erinnert mit seinem mathematischen, aber durchaus sehr frischen, eigenen, selbstständigen Sound etwas an Slint. Als hätte man sich tiefgehend mit seiner Materie beschäftigt, seine Werkzeuge benutzen gelernt, um dann alles zu vergessen und zu viert im Proberaum im jugendlichen Leichtsinn davon »unabhängig« etwas gänzlich Neues zu schaffen.

Das ist gut gelungen. Besonders der Opener »953« lässt aufhorchen. »Near DT, MI« und »Ducter« sind die Höhepunkte des Albums. Die herrschende Dynamik, das groovige Powerplay von Schlagzeuger Morgan Simpson und das von ihrer Verschworenheit zeugende Zusammenspiel sind wahrlich eine kleine Sensation. Nicht jeder Song ist dabei ein Volltreffer, man erwischt sich doch dabei, wie man gerne zu den Hits skippt, als EP hätte es vielleicht sogar noch besser und perfekter gepasst. Aber sei’s drum. Wer sich von dem KEXP-Live-Konzert überzeugen lassen hat, dem*der sei einer von Black Midis Live-Auftritten in Deutschland ans Herz gelegt, zum Beispiel am 7. Oktober 2019 im Berliner Lido. Dafür verlost skug 2 x 2 Karten.

2 x 2 Karten für Black Midi im Lido gewinnen
Eine solche Karte schenkt man selbstverständlich nicht einfach her, deswegen hier die jede Gehirnwindung geradebiegende skug Gewinnspiel-Quizfrage:

Eine Schlange ist ein seltsames Wesen, denn sie

a) besteht fast nur aus Hals
b) besteht fast nur aus Rücken
c) wohnt in einem Schla(n)genheim

Wie üblich beim skug-Kartenquiz ist jede Antwort vollkommen richtig, lässt aber tief blicken. Wer sich also innerlich bereit fühlt für diesen Konzertabend der Extraklasse im Berliner Lido, bitte bis 4. Oktober 2019 eine der richtigen Antworten mit vollständigem Namen an gewinnspiel@skug.at senden und mit ein wenig Glück die Karten in Händen halten. Die fröhlichen Gewinner*innen werden per E-Mail verständigt. Rechtsweg und Barablöse sind ausgeschlossen.

Link: https://bmblackmidi.com/