Various Artists

Clicks and Cuts 2

Mille Plateaux

Das Manifest erzeugt die Generation. Wenn einen der Triple-CD-Schwall im edelweißen, brillant tech-tonischen Design mit einer Formatbreite wie fürs Bücherregal formvollendet erschlägt, mit Summa-Cum-Laude-Linernotes seitens Urban-Sounds-Spezialist Philip Sherburne, des ollen Didi Diederichsen und Labelzentrum Achim Szepanski zusätzlich einen in die Hirnrinde semmelt, halluziniert der Argwöhnische gern eine synthetisch erzeugte Wichtigkeit herbei. Rowohlt Rocks! Suhrkamp Rocks! Und jetzt … Was eher trifft: Boxenlose Großzügigkeit. Schnellschau eines neuen Netzwerkgedankens. Qualitativ grandioser Schütthaufen von Electronica, die sich aus neuen technischen Möglichkeiten des Instrumentariums, purer Software, und den darin mit Clicks and Cuts als rhythmischen Marksteinen eingreifenden Individuen erklärt. Die Spielarten sind schon jetzt so vielschichtig und widersprüchlich wie die Stile, die sie paraphrasieren: Clickhouse, Clicktechno, R&B-Click, Glitchfunk, Neuronenhouse, ClickHop. Szepanski betont nicht umsonst, das der Computer dorthin rechnen kann, wo das herkömmliche Zwölftonverständnis keine Notation mehr finden kann. Und 36 globale Künstler echoloten hier mit archaischem Pulsen (und überraschend viel abstraktem Groove) durch das Niemandsklangland. Krieg und Frieden der Generation Glitch, ein essentiell fetter Schmöcker.